Lokalmatador gewinnt internationalen Auftakt beim Jugendreiterfestival
Von Schüchternheit keine Spur - mit großem Selbstbewußtsein braust Europas Zukunft im Springsattel durch die schweren Kurse auf dem Hof Kasselmann. Am Abend zuvor war „Warm-Up" beim Fussball-Halbfinale Spannien - Russland im großen Festzelt, zwölf Stunden später gaben die jungen Athleten selbst „Gas". Einer tat das mit besonders viel Umsicht und Cleverness. Patrick Stühlmeyer, gerade 18 Jahre junger Springreiter aus Osnabrück, gewann mit dem neun Jahre alten Amos, einem westfälischen Wallach aus dem Sportstall Engemann in Bissendorf das Eröffnungsspringen des CSIO der Junioren und setzte damit schon mal eine beeindruckende Bestmarke.
Amos ist eine „Leihgabe" des Stühlmeyer-Trainers und künftigen Ausbilders Heinrich-Hermann Engemann. Nur wenig später folgte dann eine tadellose Runde in der ersten Qualifikation zum Großen Preis der Junioren am Sonntag mit dem 14 Jahre alten Westfalen-Wallach Feuerfunke. Patrick verzichtete allerdings auf das Stechen, um den feurigen Funken für den Nationenpreiseinsatz am morgigen Samstag zu schonen, denn da warten zwei schwere Umläufe auf die Junioren und ihre Pferde. Sein Trainer - gehandicapt durch einen Verband, der die Schulter und den Arm nach dem Trainingssturz ruhig stellt - war trotz der mißlichen Blessur in Hagen a.T.W. zur Stelle, um seinen Schützlingen Stühlmeyer und Frederik Troschke (Hagen a.T.W.) zur Seite zu stehen.
Auch das Eröffnungsspringen der Jungen Reiter sicherte sich ein deutsches Nachwuchstalent: Peer Zielke aus dem schleswig-holsteinischen Breitenburg im Sattel des Holsteiner Hengstes Coquin Chandal. Der 19 Jahre alte Junge Reiter hat am Bundesleistungszentrum eine Ausbildung zum Pferdewirt absolviert und hat nun noch drei Jahre in der Altersklasse Junge Reiter vor sich.
In der Qualifikation der Junioren zum Großen Preis von Hagen a.T.W. fiel die 18 Jahre junge Münchner Schülerin Kim Kniha als Sechste und damit beste Deutsche auf. Hatten in den Eröffnungsrunden noch die Gastgeber die Nase vorn, zeigte der junge Schweizer Martin Fuchs den Kollegen einfach mal, was eine perfekte Runde ist und setzte sich im Stechen mit Riot Gun an die Spitze. Martin ist der Neffe von Weltklassereiter Markus Fuchs (Schweiz), gleichwohl läßt der Jungspund auf der eigenen website wissen, das Jeroen Dubbeldam sein Vorbild ist - der Niederländer ist Olympiasieger von Sydney und Mannschaftsweltmeister, Martin Fuchs selbst gewann Bronze bei der Junioren-EM in Auvers 2007.
Den Sieg in der Qualifikation zum Großen Preis der Jungen Reiter sicherte sich Philipp Schober aus dem sächsischen Rothenburg mit dem Trakehner Wallach Altenbach im Stechen. Einzig der Europameister der Jungen Reiter, Wesley Heijdens (Niederlande) hätte Schober noch gefährlich werden können, nahm aber zu viel Risiko auf sich und patzte am letzten Sprung. Gleich sechs Teilnehmer verzichteten auf das Stechen zur Schonung ihrer Pferde.






